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Als am 16.5.1777 die `Wupperströmer`, eine Splittergruppe der Wichlinghauser Gemeinde, die Genehmigung zur Errichtung eines eigenen öffentlichen Gottesdienstes bekamen, wurde schon im darauf folgenden Jahr in einer Urkunde festgehalten, dass auf dem Wupperfeld eine Kirche zu errichten sei. Damit war die Gemeinde Wupperfeld gegründet. Seitdem bestanden für knapp 2 Jahrhunderte bis zur Vereinigung die reformierte Gemeinde Gemarke und die lutherische Gemeinde Wupperfeld eigenständig nebeneinander. Seit 1859 jedoch ist in Wupperfeld eine Gottesdienstform üblich gewesen, die den unierten Gemeinden entspricht. Mit Wupperfeld und Gemarke waren zwei eigenständige Gemeinden auf der Talsohle geschaffen, die die Abkopplung von Schwelm und die Selbständigkeit von Wichlinghausen zur Folge hatten.
Zurzeit der Wupperfelder Gründung waren beide Gemeinden mit etwas mehr als 2000 Gemeindegliedern annähernd gleich groß. Doch mit dem Fortschreiten der Industrialisierung zu Beginn des 19.Jahrhunderts setzte ein starker Zuzug ein. Schließlich gehörten Barmen und Elberfeld zu den ersten Industriegroßstädten in Deutschland. 1850 hatte Gemarke 5000 und Wupperfeld 10.000 Gemeindeglieder; um 1900 waren es 20.000 in Gemarke und 38.000 in Wupperfeld. 1854 schon teilte Wupperfeld mit Errichtung der 3. Pfarrstelle die Gemeinde in Seelsorgebezirke auf. 1887 bekam der Heidt einen eigenen Pfarrer, als bereits die 5. Pfarrstelle errichtet werden konnte. Das erste Gemeindezentrum wurde 1889 an das Pfarrhaus in der Gewerbeschulstr. 64 (nach heutiger Zählung Gewerbeschulstr. 76) gebaut. Hier wurden Bibelstunde, kirchlicher Unterricht, Gemeindefeiern, Sonntagsschule und sogar Trauungen und Taufen abgehalten.
Seit dem 16.6.1901 fanden auf dem Heidt regelmäßig evangelische Gottesdienste statt, die Kirchengemeinde Wupperfeld hatte dafür in der Albertstr. 10 einen Saal angemietet. Schon bald wurde dieser Raum jedoch zu klein dafür, denn inzwischen war die Zahl der Gemeindeglieder in Wupperfeld auf 42.000 angewachsen. Ein achter Pfarrbezirk wurde eingerichtet, für den Heidt kam zu der bestehenden Pfarrstelle ein Hilfspredigerbezirk dazu. Eine neue Gottesdienststätte sollte geschaffen werden. Das Grundstück an der Oberen Sehlhofstr. schien für eine Kirche mit Pfarr- und Gemeindehaus ideal. Nach Ausschreibung eines Architektenwettbewerbs erging der Auftrag zum Bau des Gemeindekomplexes an Prof. Werdelmann. März 1909 wurde der erste Spatenstich getan. Am 24.Mai 1909 war bereits Grundsteinlegung, was heute noch im eingravierten Stein unter der Kanzel nachgelesen werden kann „Allein durch den Glauben“. Im März 1911 war nach Pfarrhaus und Gemeinderäume auch die Kirche fertig. Ein Luthermosaik über dem Turmeingang mit dem Spruch „Ein feste Burg ist unser Gott“ soll auf die Bauart dieser Kirche hinweisen, dass der Kirchbau beabsichtigt wie eine schützende Burg wirken soll. Obwohl im Krieg vieles zerstört worden ist, was im Innenraum der Kirche bemerkenswert war, so sind doch die gewaltigen Rosetten in den Hauptgiebeln erhalten geblieben. Verlorengegangen ist die Paul-Faust-Orgel von 1911. Für die neue Orgel wurde 1966 ein anderer Ort gewählt, der der Asymmetrie in der Kirche Rechnung trägt. Am Dienstag, den 7. März 1911 wurde die Lutherkirche eingeweiht. Der Predigttext ist heute noch auf einem Wandbehang auf der Wand hinter dem Taufbecken der Lutherkirche nachzulesen und stand ehemals in den Bogen über dem Altarraum geschrieben: „Bei dir ist die Quelle des Lebens und in deinem Lichte sehen wir das Licht“ (Ps 36,10).
1926 baute die Gemeinde das zweite Pfarrhaus in der Freiligrathstr. 1943 jedoch wurde es komplett ausgebombt. Auch die Lutherkirche erlitt in der Bombennacht vom 30. Mai 1943 schwere Beschädigungen. Die Phosphorbrände konnten vom damaligen Küster Winter schnell gelöscht werden, aber seine eigene Wohnung über den Gemeinderäumen und das Dachgeschoss brannten ab. Die Gemeindegliederzahl in Gemarke und Wupperfeld verringerte sich in diesen Jahren rund auf die Hälfte. Erst 1949 wurde das Dach der Lutherkirche repariert, 1955 dann war das Lutherheim wieder ganz in Gebrauch. In diesem Jahr geschah auch die nötige Neugestaltung der Lutherkirche.
Als am 8.6.1964 im Wupperfelder Presbyterium beschlossen wurde die Gemeinde mit inzwischen 10.Bezirken aufzuteilen, dauerte es jedoch noch bis zum 1.1.1967 bis die „Lutherkirchengemeinde“ rund um die Lutherkirche entstand. Die ältere Bezeichnung Heidt wurde zunächst noch verdrängt, so sehr hingen die Gemeindeglieder an ihrer Kirche. Gleichzeitig mit den neuen Gemeinden Alt-Wupperfeld, Friedenskirchengemeinde, Heckinghausen und Lutherkirchengemeinde wurde ein Gemeindeverband errichtet, der auch für das Gemeindeamt, das Wupperfelder Altenheim und die beiden Friedhöfe zuständig war. Doch die inhaltlichen Verbindlichkeiten und Gemeinsamkeiten dieses Gemeindeverbandes sind erst nach langem Ringen am 1.1.1984 in einem Vereinigungspapier festgehalten worden. Von 1981 bis 1985 mußte die Lutherkirche komplett saniert werden. Mit der kirchlichen Neuordnung legte die Evangelische Lutherkirchengemeinde wieder ihren Namen ab. Seit dem Vereinigungspapier heißt unsere Gemeinde daher: „Vereinigte Evangelische Kirchengemeinde Heidt in Wuppertal-Barmen“.
Aus: F. Mehnert, 75 Jahre Lutherkirche. Gedenkschrift mit Notizen zur Gemeindegeschichte, 1986
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